Freitag, 13. März 2015

Gewissenskonflikt

Seit Tagen beschäftigt mich die folgende Frage:

Erhalten oder erneuern?

Es geht um mein allererstes Nähprojojekt überhaupt. Ein "Rokoko"-Ensemble. Ohne Vorkenntnisse genäht. Kein Schnittmuster, kein Schnürleib. Maschinennähte (und die auch noch schief), ungefüttert und ein Stecker aus Pappe.
2011 war ich hellauf begeistert davon. War ja auch gut für ein Anfängerprojekt. Heute habe ich jedoch viel mehr Hintergrundwissen und Erfahrung mit historischen Kostümen. Das Kleid in seiner jetzigen Form würde ich niemals wieder anziehen. Dabei gefällt mir das Konzept nachwievor sehr gut. Was tun?

Meine Archäologen-Seele vertritt die Einstellung:

 Erhalten. Bewahren. Erinnern. Es ist mein erstes Nähprojekt und man kann so wunderbar die Entwicklung von damals bis heute sehen.

 
 Meine pragmatische Vernunft-Seite sagt hingegen: 

 4 Meter Stoff, die ungenutzt rumliegen und Platz wegnehmen - das ist dumm. Mit meinen jetzigen Skills könnte ich daraus das Ensemble nähen, das es von Anfang an werden sollte. Zudem ist es total historisch korrekt, wenn man alte Sachen umschneidert.

Aber wenn ich mich dann daran erinnere, mit wie viel Begeisterung ich es genäht und getragen habe...


 Ich werde weiter darüber nachdenken. Im Moment habe ich genug zu tun mit Praktikum, Hausarbeiten, Bachelor-Arbeit, anderem Unikram und dem Versuch, eine Brunswick zu nähen (dazu vielleicht später mehr).

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