Mittwoch, 21. Januar 2015

Verwaltung in Deutsch-Südwestafrika


Mal wieder etwas aus der Uni, zum Thema Deutsch-Südwestafrika als Kolonie um 1900.

Verwalten und Herrschen in Metropole und Peripherie:
Zentral- und Lokalverwaltung

Ziel der Deutschen?
- Europäische Staatlichkeit auf Afrika übertragen, in der Annahme, die dortige Gesellschaft zu zivilisieren
Problem?
- Afrika hatte ein eigenes politisches System, das auf die Herrschaft über Personen setzte und sich vom deutschen Prinzip (Landbesitz = Macht) stark unterschied.
Großes Land, weite Flächen > Die Deutschen kooperieren zunächst mit afrikanischen Stammesführern um auf afrikanische Weise Kontrolle über die nomadische Bevölkerung zu erlangen.

Wieso wird das Ziel der deutschen Staatlichkeit nicht erreicht?
- Deutsch-Südwest-Afrika hat keine zentrale Verwaltung!

Wie ist die deutsche Verwaltung aufgebaut?
  • Reichsregierung in Deutschland ist sehr weit weg
  • Gouverneur als Vertreter dieser vereint zivile und politische Macht in Afrika, Sitz in Hauptstadt Windhuk
  • Bezirksmänner und Stationsleiter verwalten entferntere Städte
  • Wenig Kontakt zwischen Verwaltern führt zu sog. Sub-Imperialismus
  • Private Organisationen (z.B. Missionsstationen) haben eigene Verwaltungsapparate
> Die wenigen Verwaltungsstationen im Innern waren ‚Inseln der Herrschaft‘ (Michael Pesek), die oft nur mühsam den Schein der Autorität aufrechterhielten.“ (Sebastian Conrad, Deutsche Kolonialgeschichte, S.45)

Keine Machtakzeptanz bei den Afrikanern     > Gewalt       > Zeichen für Schwäche des Staates!



Literatur:
CONRAD, Sebastian, Deutsche Kolonialgeschichte, München2 2012.