Dienstag, 6. August 2013

Rezension: Godspeed-Trilogie

Vorweg: Die folgende Rezension kann Anflüge von spontaner Begeisterung und Euphorie aufweisen :-)

Kürzlich erschien der letzte Band der "Godspeed"-Trilogie von Beth Revis. Nach "Die Reise beginnt" und "Die Suche" bildet "Die Ankunft" einen würdigen Abschluss der Geschichte.


Autorin: Beth Revis

Titel:
Bd.1: Godspeed - Die Reise beginnt (original: Across the Universe)
Bd.2: Godspeed - Die Suche (original: A Million Suns)
Bd.3: Godspeed - Die Ankunft (original: Shades of Earth)


Worum geht es? In der Trilogie geht es um Amy, die in einen Kälteschlaf versetzt wird, um nach 300 Jahren Raumschiffreise mit ihren Eltern und anderen Menschen einen neuen Planeten zu besiedeln. Doch sie wird aufgetaut, bevor die "Godspeed" ihr Ziel erreicht hat. Verzweifelt muss Amy sich mit den Bewohnern der "Godspeed" arrangieren. Allerdings haben die meisten Angst vor ihr und benehmen sich auch sonst höchst eigenartig. Nur Junior, der angehende Anführer der Shiffsbevölkerung, ist sehr an Amy interessiert. Die beiden neugierigen Teenager freunden sich an und bringen im Lauf der Geschichte so manches schockierende Geheimnis über die "Godspeed", deren Bewohner und die Mission ans Licht.

Schreibstil: Hat mich am Anfang ziemlich irritiert. Erste Person und Gegenwart. Aber genau das macht die Bücher so fesselnd! Die ersten Kapitel sind aus Amys Sicht. Sobald sie Junior kennenlernt, sind die Kapitel abwechselnd aus seiner und ihrer Perspektive geschrieben. Das ist hochinteressant und baut zuweilen massiv Spannung auf.

Fazit (objektiv): Beth Revis kreiert ein faszinierendes dystopisches Szenario. Es werden lauter wirklich ernst zu nehmende Probleme der Menschheit behandelt, immer präsent: die Genmanipulation und die Veränderung des menschlichen Wesens auf verschiedene Art und Weise. Aber auch politische Themen werden subtil diskutiert. Machtansprüche und -rechtfertigung, sowie die Kontrolle einer Gesellschaft. Klingt jetzt alles ein wenig nach tehoretischem Lehrbuch für Ethikstudenten. Tatsächlich ist dieser Aspekt nicht von der Hand zu weisen, doch "normale" Leser können Freude an der Liebesgeschichte zwischen Amy und Junior finden. Alle Charaktere sind liebevoll gestaltet und jeder hat seine Eigenarten. Man lernt viel über unterschiedliche Weltanschauungen, basierend auf kulturellen Hintergründen, Kulturenkonfrontation und einen angemessenen Umgang mit Menschen und Menschenwürde. Alles verpackt in einer spannenden Schnitzeljagd nach dem gefährlichen Geheimnis, das alle Bewohner der "Godspeed" bedroht, vom Anführer jedoch geschickt vertuscht wird.

Man merkt glaube ich, wie begeistert ich von der Trilogie bin, darum muss ich jetzt noch folgendes schreiben:

Fazit (subjektiv): Ich LIEBE diese Bücher! Teil 3 habe ich in einer Nacht durchgelesen, von 21 Uhr bis kurz vor 5, und, verdammt, es hat sich SO gelohnt! In keinem Buch, das ich bisher gelesen habe, werden politische und vor allem ethische Themen so geschickt in die Handlung eingebaut. Und zwar nicht nur unterschwellig, sondern als Hauptproblem der Bücher! Trotzdem möchte man immer weiter lesen und wissen, wie Amy und Junior damit umgehen. Mich persönlich hat die Story nicht einfach fasziniert, sondern sehr häufig auch schockiert, erschreckt und abgeschreckt. So gerne und freiwillig wie beim Lesen der Godspeed-Trilogie habe ich mich noch nie mit Ethik auseinandergesetzt. Ich finde das super wichtig, gerade in Zeiten, in denen vie zu viele (nicht zwangsläufig schlechte, aber größtenteils wenig originelle) Fantasy-Bücher das Genre des Jugendbuchs überfluten. Danke, Beth Revis!

Soundtrack: Jaaa, bevor ich auf der Website von Amy Plum eine Playlist zu ihrer Trilogie (von der leider erst zwei Bände auf Deutsch erschienen sind, ich warte gespannt auf Band 3) fand, war ich nie auf die Idee gekommen, Bücher mit Liedern zu verknüpfen. Dasselbe tut aber auch Katie Kacvinsky in "Dylan & Gray". Wie durch Zufall lief also am Morgen, an dem ich "Die Ankunft" durchgelesen hatte, im Radio: Maria McKee - "Show Me Heaven". Und dieses Lied passt in mancher Hinsicht ziemlich gut zur Godspeed-Trilogie.

 
"Show me heaven" ist im Bezug auf die Bücher vor allem wörtlich und nicht nur, aber auch, im übertragenen Sinne zu verstehen ;-) 

edit: "Across The Universe" von den Beatles inspirierte Beth Revis wohl zu den Originaltiteln, haut mich musikalisch jetzt aber nicht vom Hocker, ich mag die Beatles einfach nicht so.

♥♥

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