Samstag, 31. August 2013

Im Goldenen Schnitt. Landesmuseum Hannover.

Was? Im Goldenen Schnitt. Niedersachsens längste Ausgrabung
Wann? 23. August 2013 bis 2. März 2014
Wo? Landesmuseum Hannover

Am Mittwoch, 27.8.13, besuchte ich im Landesmuseum Hannover die Sonderausstellung "Im Goldenen Schnitt". Sie behandelt die Ausgrabungen auf der Trasse der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL). Bei den Bauarbeiten für diese Trasse wurden und werden haufenweise Funde aus der Vergangenheit ans Licht gebracht. Besonders spektakulär ist der bronzezeitliche Goldschatz von Gessel, der hier nach umfangreichen Ausgrabungs- und Säuberungsarbeiten, Röntgenuntersuchungen und Analysen erstmals öffentlich gezeigt wird. Das Gold, das wohl aus Asien stammt, gibt Hinweise auf uralte Handelsrouten, an deren Rekonstruktion geforscht wird.

In der Ausstellung
Man betritt zu Beginn durch eine nachgebaute Pipeline einen kleinen weißen Raum. Hier erfährt man Allgemeines über die Erdgasleitung und das Bauprojekt.

schlechte Qualität = garantiert keine Copyrightverletzung xD


Anschließend kommt man in einen recht großen Raum, in dem die Farbe Grün dominiert. In diesem Raum kann sich der Besucher über die Arbeitsweisen der Archäologen informieren, sowie über Grundlagen der archäologischen Forschung, z.B. Bodenprofile oder Epocheneinteilungen.





bessere Qualität, aber Details sind nicht zu erkennen ^^



Im nächsten, mehr verwinkelten, Raum, sind die Farbakzente orangerot, passend zum hier behandelten Thema der Metallverarbeitung. Bronze- und Metallgegenstände werden gezeigt. Das Modell eines Schmelzofens steht der Tür gegenüber; seine Funktionsweise wird in einer Filmsequenz neben dem Modell erklärt.





Museumsbesucher müssen mit Fotos rechnen... hoffe ich.


Der letzte Raum der Sonderausstellung zeigt den Goldschatz von Gessel und andere Goldfunde. Es ist nur logisch, dass die farbigen Akzente hier in blassem Gold gehalten sind, welches in keinster Weise von den strahlend erleuchteten Schmuckstücken ablenkt. Im Zentrum wird, in einem "Goldblock", der Goldschatz von Gessel präsetiert.
 





Man verlässt die Ausstellung durch denselben Raum, durch den man sie betreten hat.


Fazit? Würde ich Ausstellungen bewerten, bekäme diese 5/5 Sternen.
Seit ich an der Uni das Seminar "Geschichte im Museum" besucht habe, kann ich in kein Museum mehr gehen, ohne seine Ausstellung anhand von Kriterien zu analysieren. Ein bisschen nervig, aber es macht auch unglaublich viel Spaß :-)

#Die ausgestellten Funde werden umfassend, aber präzise erklärt. 
#Es gibt zahlreiches erläuterndes Zusatzmaterial, jedoch keinesfalls zu viel.
#Die museumspädagogischen und interaktiven Angebote sind eine Bereicherung. (es gibt einen Computer mit einem (Kinder)Spiel, man kann sich mit einem Metalldetektor als Archäologe versuchen, Film- und Hörstationen liefern weitere Informationen, und dergleichen mehr.)
#Die Raumgestaltung ist übersichtlich und äußerst schlau konzipiert.

Ein großes Lob an die Gestalter dieser Ausstellung!



Übrigens, auch die archäologische Dauerausstellung kann sich sehen lassen! Erfahrungsgemäß sind Sonderausstellungen oft besser, weil die Dauerausstellungen schlichtweg noch nicht modernisiert wurden bzw. nicht alle paar Jahre modernisiert werden können. Die Dauerausstellung im hannoverschen Landesmuseum wird offenbar Schritt für Schritt überarbeitet und ist meines Erachtens auf dem besten Weg.

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