Samstag, 4. Februar 2012

Großmutters Kinderbücher

1930er Jahre in Deutschland - Weltwirtschaftskrise, Aufstieg der Nazis. Und meine Großeltern verleben ihre Kindheit. Ganz so schrecklich wie im ersten Satz anzunehmen ist, war es aber vermutlich nicht. Die Musik war zum Beispiel ziemlich lustig (Ich wollt' ich wär ein Huhn; Bei mir bist du schön; ...). Und laut Wikipedia liefen neben NS-Propaganda viele gute Filme im Kino (Vom Winde verweht; Dracula; Schneewittchen und die sieben Zwerge; ...). Außerdem existierten eine Menge wunderschöner Kinderbücher. Ein paar habe ich in meinem Bücherregal gefunden.

links: Andersens Märchen; oben: Wie lerne ich zeichnen? (1935); unten links: (Reime über Blumen); unten rechts: Kasperle ist wieder da
Irgendwie war es in den 1930ern wohl nicht mehr in der Mode, das Erscheinungsjahr im Buch abzudrucken. Daher habe ich ziemlich lange im Internet diverse online-Antiquariate etc. durchsucht in der Hoffnung, genauere Auskunft über die Jahreszahlen zu erhalten. Leider hatte ich wenig Erfolg. Häufig findet man die Angaben: 1930er; um 1930 oder ca. 1930. Nicht besonders hilfreich.


"Wie lerne ich zeichnen?" (Autor: J. van Dijck; Verlag: Koehler & Amelang, Leipzig) konnte ich Dank eines Hinweises der zu Weihnachten beschenkten Person auf 1935 datieren.

"Kasperle ist wieder da" (Autor: W. O. Ullmann; Verlag: Rudolf Schneider Verlag) fehlt leider der Einband. Vermutlich stammt es aus den späten 30er Jahren. Es ist in Sütterlin geschrieben. In Reimform begleitet man Kasperle durchs Jahr.

"Andersens Märchen" (Autor/Illustration: Wilhelm Reetz und Ludwig Richter; Verlag: A. Anton & Co., Leipzig) hat ebenfalls keine Angaben, im Internet habe ich sehr wenige Hinweise gefunden.

"[...]" Das Blumenbuch hat wie auch das Buch vom Kasperle keinen Einband mehr. Wirklich bedauerlich ist jedoch, dass auch die Seite fehlt, auf der Titel, Autor und Verlag abgedruckt sind (quasi Seite 1). Ich weiß also rein gar nichts über das Buch. Dabei ist es wunderschön, die 12 Reime sind in Sütterlin geschrieben, und  die Abbildungen der Blumen sind allerliebst.

oben: Wie lerne ich zeichnen?; unten links: Blumenbuch; unten rechts: Kasperle ist wieder da


Neben diesen Büchern habe ich noch ein Spielzeug gefunden, das schon seit Jahren dekorativ auf meinem Schrank steht. Passenderweise stammt es auch aus der Zeit.

Dromedar, Elastolin, 1930er
Es handelt sich um eine sogenannte Massefigur der Firma Hausser Elastolin. Sie ist ein bisschen kaputt, aber das ist normal. (Diese Figuren kann man übrigens als Vorgänger der heutigen Schleich-Figuren sehen)

Ich finde es faszinierend, wenn man solche alten Spielzeuge, die man quasi als Erbstück zu Hause in Ehren hält, im Internet findet, in Auktionshäusern oder Sammlerforen. Man vergisst immer so leicht, dass die vor 80 Jahren seriell hergestellt und im Handel verkauft wurden.


Es schneit :-) Ich geh jetzt ein wenig raus.

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